Geflüchtete Menschen sind häufig Opfer von Menschenrechtsverletzungen, sie leiden unter Traumatisierungen durch Krieg, Folter, Vertreibung oder den Verlust von nahestehenden Personen. Um in solchen Fällen eine kultursensible therapeutische Unterstützung zu ermöglichen, wurde „HIKETIDES – Psychotherapie für Flüchtlinge“ ins Leben gerufen. Zunächst als Projekt der Plattform für Menschenrechte geführt, ist HIKETIDES seit 2019 ein eigener Verein, der von der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) und dem Land Salzburg gefördert wird. Das Projekt braucht nach wie vor Spenden.

Ein junger Mann musste die Erschießung seines Bruders miterleben und leidet jetzt an Panikattacken. Ein anderer hört ständig Kampfgeräusche und glaubt sein Kopf zerspringt. Dass die Betroffenen dringend therapeutische Unterstützung brauchen, ist offensichtlich. Die Plattform für Menschenrechte konnte dank einer Spende von Alpine Peace Crossing (APC) 2015 mit dem Aufbau eines Netzwerkes von Therapeut*innen beginnen.
In unserem Verständnis ist das psychische Leid der Betroffenen immer individuell und sozial. Eine menschenrechtspolitische Haltung gehört zum Selbstverständnis von HIKETIDES.
Das therapeutische Team hat Fachwissen und Erfahrungen in der Psychotraumatologie und in der Psychodynamik von migratorischen Prozessen. Die Therapien werden bei Bedarf dolmetschunterstützt durchgeführt.
Die Schutzbefohlenen
HIKETIDES ist altgriechisch und bedeutet „die Schutzbefohlenen“. So benannte Aischylos sein Drama, das wahrscheinlich das älteste überlieferte griechische Theaterstück überhaupt (466 v. Chr.) ist. Aischylos beschrieb in ihm die Flucht der Töchter des Danaos aus Ägypten, da diese dort verheiratet werden sollten.
Das Motiv wird von der österreichischen Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in ihrem gleichnamigen Werk aufgegriffen. 2012 errichtete eine Gruppe von Asylsuchenden in der Wiener Votivkirche ein Protestlager, um gegen die menschenunwürdigen Bedingungen im Aufnahmelager Traiskirchen Stellung zu beziehen. Das Stück ist eine Reaktion auf diese Proteste und auf die Flüchtlingsdramen, die sich auf dem Mittelmeer abspielen. Und dieses Stück konfrontiert uns mit der bitteren Wahrheit, dass die Menschenrechte nicht für alle gelten, sondern nur für die, die es sich leisten können, an Europa teilzunehmen.
Wir haben diesen Namen für unser Projekt gewählt, weil wir schutzbedürftigen Geflüchteten sowie Kriegs- und Folteropfern Unterstützung in Form von Psychotherapie im Bundesland Salzburg anbieten möchten – insbesondere jenen, die keinen Zugang zu einer Psychotherapie haben. Bei Bedarf werden Dolmetschkosten ebenfalls finanziert.
Link zur Website von Hiketides
Spendenkonto: Volksbank Salzburg
IBAN: AT16 4501 0001 0924 5597


