Sexarbeit und Menschenrechte

Der rote Regenschirm ist seit einigen Jahren das Symbol für die Bewegung der Sexarbeiter*innen.

Die Plattform Menschenrechte beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Sexarbeit. Grund: Menschen in der Sexarbeit sind häufig von Menschenrechtsverletzungen betroffen. In Arbeitsgruppen und vernetzt mit vielen Akteur*innen in und um die Sexarbeit möchen wir auf die menschenrechtliche Situation der Sexarbeiter*innen aufmerksam machen und zu Verbesserungen beitragen.

Position von Amnesty International

Amnesty International hat sich in eine längeren Prozess mit der Sexarbeit auseinander gesetzt, wir teilen ihre Positionierung: "Amnesty International verwendet den Begriff Sexarbeit nur im Zusammenhang mit einvernehmlichen sexuellen Handlungen zwischen Erwachsenen gegen Bezahlung ... Unsere Position basiert auf den Grundsätzen der Verhinderung von Menschenrechtsverletzungen, der Selbstbestimmung von Sexarbeiter*innen und Geschlechtergerechtigkeit sowie allgemeinen menschenrechtlichen Prinzipien ... Zwangsarbeit und Menschenhandel (...) sind schwere Menschenrechtsverstöße und müssen strafrechtlich geahndet werden. Kinder, also Personen unter 18 Jahren, die an gewerbsmäßigen sexuellen Handlungen beteiligt sind, sind als Opfer sexueller Ausbeutung zu betrachten (...) Sexuelle Ausbeutung ... wird als schwerer Verstoß gegen die Menschenrechte definiert."

Menschenrechtsverletzungen orten wir in Salzburg in diesen Bereichen:

  • die Situation des derzeit illegalen Straßenstrichs
  • die prekäre Situation der Sexarbeiter*innen in Bezug auf arbeits- und finanzrechtliche Strukturen
  • die nunmehr alle sechs Wochen stattfindenden Kontrolluntersuchungen
  • die generelle Stigmatisierung von Sexarbeit        

Viele der Sexarbeiter*innen sind von Mehrfach-Diskriminierungen betroffen, zum Beispiel aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer gesellschaftlichen Stellung oder ihres Migrationsstatus, um nur einige zu nennen.

Information und Beratung für Sexarbeiter*innen in Salzburg gibt es beim Projekt PIA.

Barbara Sieberth

Links

Amnesty International zur Situation von Sexarbeiter*innen

Thema Sexarbeit im Menschenrechts-Bericht 2014