Rassismus und rechte Diskurse

Sujet der Kampagne "88 gegen rechts" der Stadt Salzburg

"Heimatliebe statt Marokkaner-Diebe" (FPÖ), "Die sind einfach nicht so wie wir", "Stoppt den großen Austausch" (Identitäre Bewegung), "Die Ausländer sind schuld, sie nehmen uns die Arbeitsplätze weg", "Alle Afrikaner sind gute Trommler und so musikalisch", "Die Zigeuner- spieße sind fertig" ...

  • Rassismus tritt in verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen auf: in alltäglichen Gesprächen; in der Sprache; in der Politik, z. B. in Form von Rechtspopulismus usw. · Rassismus tritt in verschiedenen Ausprägungen zu Tage: offener vs. versteckter Rassismus, negativer vs. positiver Rassismus. 
  • Rassismus drückt sich in verschiedenen Formen aus: antimuslimischer Rassismus, Antiziganismus, wissenschaftlicher Rassismus, Kulturrassismus usw.
  • Rassismus zeigt unterschiedlichen Folgen, z. B. Stigmatisierung, Diskriminierung, Segregation, Exklusion etc.

Rassismus ist - neben Autoritarismus, Sexismus, Nationalismus, Glaube an den "starken Staat" etc. - auch essentielles Element rechtsextremer Ideologien. Rassistisches Denken findet sich aber nicht nur dort. Es ist - heute wohl mehr denn je - auch Bestandteil des Diskurses der sogenannten "gesellschaftlichen Mitte".

Ideologie der Ungleichheit

Diese Ideologie der Ungleichheit ist aber nicht nur Teil des alltäglichen Handelns und Denkens, sondern auch Bestandteil gesellschaftlicher Institutionen und Strukturen ("struktureller" und "institutioneller Rassismus"). So gibt es Strukturen, die - wie das Asylwesen - auf rassistischen Elementen aufbauen, oder institutionalisierte Praktiken - wie das Phänomen des "ethnic profiling", in denen sich rassistisches Handeln immer wieder einschleicht. Der Kampf gegen Rassismus und rechte Diskursen darf daher nicht nur am "Bewusstsein" einzelner Menschen - z. B. der Politiker*nnen -, sondern muss auch an der Gesellschaft und ihren Institutionen ansetzen.

Rassismus kommt auch selten alleine! In rechten und rechtsextremen Diskursen verknüpft er sich in der Regel mit anderen Formen von Diskriminierung ("Intersektionalität"), wie z. B. mit der Abwertung und Diskriminierung von Frauen (Sexismus), von Homosexuellen, Inter- und Trans-Personen (Homo- und Transphobie) und von Menschen mit Behinderung (Disableism). Diese "Überlagerungen" verschiedener Formen von Abwertung müssen offengelegt und bekämpft werden. Die Plattform für Menschenrechte versucht in diesem Kampf einen Beitrag zu leisten.

Dominik Gruber

Links:

Rechtsextremismus-Bericht 2016