Hiketides - Psychotherapie für Flüchtlinge

Das Friedensbüro unterstützt Hiketides: Hubert v. Goisern, Christine Czuma, Initiatorin Ursula Liebing, Hans Peter Grass (v.l.)

Ein junger Mann musste die Erschießung seines Bruders miterleben und leidet jetzt an Panikattacken. Ein anderer hört ständig Kampfgeräusche und glaubt sein Kopf zerspringt. Dass die Betroffenen dringend therapeutische Unterstützung brauchen, ist offensichtlich. Die Plattform für Menschenrechte konnte Dank einer Spende von Alpine Peace Crossing (APC) 2015 mit dem Aufbau eines Netzwerkes von Therapeut*innen beginnen. Der Name dieses Programmes lautet Hiketides.

Hiketides ist altgriechisch und bedeutet "die Schutzbefohlenen". So benannte Aischylos sein Drama, das wahrscheinlich das älteste überlieferte griechische Theaterstück überhaupt (466 v. Chr.) ist. Aischylos beschrieb in ihm die Flucht der Töchter des Danaos aus Ägypten, da diese dort verheiratet werden sollten.

"Die Schutzbefohlenen"

Das Motiv wird von der österreichischen Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in ihrem gleichnamigen Werk aufgegriffen. 2012 errichtete eine Gruppe von Asylwerbern in der Wiener Votivkirche ein Protestlager, um gegen die menschenunwürdigen Bedingungen im Aufnahmelager Traiskirchen Stellung zu beziehen. Das Stück ist eine Reaktion auf diese Proteste und auf die Flüchtlingsdramen, die sich auf dem Mittelmeer abspielen. Und dieses Stück konfrontiert uns mit der bitteren Wahrheit, dass die Menschenrechte nicht für alle gelten, sondern nur für die, die es sich leisten können, an Europa teilzunehmen.

Wir haben diesen Namen für unser Projekt gewählt, weil wir schutzbedürftigen Flüchtlingen sowie Kriegs- und Folteropfern Unterstützung in Form von Psychotherapie im Bundesland Salzburg anbieten möchten - insbesondere jenen, die keinen Zugang zu einer Psychotherapie haben. Bei Bedarf werden Dolmetschkosten ebenfalls finanziert. Mittlerweile wird das Projekt von zahlreichen Spender*innen unterstützt - dazu zählen die Eine Welt Gruppe Thalgau, der Frauenchor Die Sonanzen, die Aktion "Wir sind 30!" des Friedensbüros Salzburg sowie Einzelspender*innen.

Auskunft und Anmeldung für Therapien

Uschi Liebing 0676/6715454

Akute Kriseninterventionen bitte in der Krisenambulanz der CDK abklären! In der Therapeut*innengruppe arbeiten mit: · Michael Laube, Maria Mangelberger, Petra Obermayr, Michael Schreckeis (e.a. Supervision/Intervision), Marija Velićković, Günther Wintersteller (Stand Juni 2016).

Spendenkonto. Plattform für Menschenrechte Salzburg - Förderverein, Kennwort: Therapieprojekt "Hiketides", IBAN: AT90 2040 4000 0358 8407, BIC: SBGSAT2SXXX

Spenden kommen zur Gänze Flüchtlingen zugute. Die Plattform Menschenrechte leistet die Koordinationsarbeit unentgeltlich.

Standard-Artikel "Kaum Therapie für Flüchtlinge"