Menschenrechte in Salzburg 09/2018

 

Proteste gegen EU-Gipfel in Salzburg // Lehrgang für interreligiöse Kompetenz // Workshop Flucht und Trauma // Theater-Projekt zu Diskriminierung // Kein Bleiberecht für Lehrlinge // Abschiebungen nach Afghanistan // Vortrag: Die autoritäre Revolte // Workshops zu Menschenrechten

 

Protest gegen EU-Gipfel in Salzburg

Rund um das Treffen von europäischen Staatschef*innen am 20. September in Salzburg wird das Netzwerk Solidarisches Salzburg einen Alternativ-Gipfel organisieren. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Fotovortrag von Erik Marquardt zum Thema Flucht nach Europa, ebenso die europäische Friedenspolitik, das Thema Ernährungs-Souveränität, Soziale Grundrechte sowie Frauenrechte in Europa. Der Gipfel mündet in einen Walk of Responsibility am Mittwochabend 19. September und einer Demonstration vom Hauptbahnhof zum Volksgarten am Donnerstag den 20. September. Das Motto lautet: A better future for all. Die Plattform Menschenrechte ist Mitglied im Netzwerk Solidarisches Salzburg und hat dieses mit initiiert.

 

Lehrgang für interreligiöse Kompetenz

Im Oktober startet wieder "Brücken Bauen", der Lehrgang der Plattform Menschenrechte für interreligiöse Kompetenz. Der Lehrgang umfasst fünf Module jeweils an Samstagen. Die Module befassen sich mit Themen wie "Identität-Kultur-Religion", "Geschlechterrollen in Islam und Christentum" oder "Interreligiöse Begegnung im Konflikt". Zielgruppe des Lehrgangs sind Christ*innen, Muslim*innen und Menschen ohne religiöses Bekenntnis, die in ihren Tätigkeitsfeldern die Zusammenarbeit zwischen Angehörigen verschiedener Konfessionen fördern und begleiten. >> Mehr Info

 

Workshop Flucht und Trauma

Mit einem Workshop im Rahmen der Langen Nacht der Flucht bietet Hiketides Kontextwissen zu gesellschaftlich-rechtlichen Rahmenbedingungen und Basiswissen zur Psychodynamik von Flucht und Trauma. Dies als hilfreiche Unterstützung in Begegnung, Begleitung und Beratung von Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen. Zielgruppe für den Workshop sind Berater*innen in psychosozialen Einrichtungen, Psychotherapeut*innen und Interessierte. Referent*innen: Dipl. Psych. Ursula Liebing, Mag. Michael Schreckeis. Zeit: Freitag, 28. September von 15.00 bis 20.00 Uhr >> Mehr Info 

 

Theater-Projekt zu Diskriminierung

Für ein Theater-Projekt zum Thema Diskriminierung am Arbeitsplatz werden Jugendliche und junge Erwachsene gesucht. Erfahrung im Bereich Schauspiel ist nicht nötig. Die Teilnehmer*innen erarbeiten unter Leitung der Theater-Pädagogin Samar Shehata selbst ein Stück, das auf der Berufsinformations-Messe im November aufgeführt wird. Das Projekt findet im Rahmen von Melete statt. Info und Anmeldung

 

Kein Bleiberecht für Lehrlinge

Heftige Kritik hat die Ankündigung der Regierung ausgelöst, die Lehre für Asylsuchende abzuschaffen. Die Reaktionen reichen von "unsinnig und bösartig" (Neos) bis zu "menschliche und wirtschaftliche Fehlentscheidung" (Caritas). Völlig unklar ist noch, was mit jenen mehr als 1.000 Asylsuchenden passiert, die derzeit eine Lehre absolvieren. In einer so genannten Punktation der Regierung heißt es dazu lediglich: "Jene Asylwerber, die jetzt schon eine Lehre machen, können diese fortsetzen, im Fall eines negativen Bescheids sind die rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen, ob er die Lehre fertig machen kann, bevor er das Land verlässt." Von einem Bleiberecht für die Lehrlinge steht also nichts in der Vereinbarung, lediglich von einer Prüfung. Hier geht's zur Online-Petition Lasst sie eine Lehre machen

Abschiebungen nach Afghanistan

Die Plattform Menschenrechte unterstützt die Initiative www.sichersein.at, die Abschiebungen nach Afghanistan bekämpft. "Im ganzen Land besteht das Risiko von gewalttätigen Auseinandersetzungen, Raketeneinschlägen, Minen, Terroranschlägen und kriminellen Übergriffen einschließlich Entführungen, Vergewaltigungen und bewaffneter Raubüberfälle", heißt es in der offiziellen Reiswarnung des österreichischen Außenministeriums. Andererseits zählt Österreich zu jenen Ländern Europas, die die Fluchtgründe aus Afghanistan sehr oft ignorieren. Jener Wiener Geschäftsmann, auf dessen Gutachten sich die Abschiebungen stützten, soll laut einem Medienbericht seiner Funktion enthoben werden.

 

Vortrag: Die autoritäre Revolte

Eine fundierte Diagnose zu den rechtspopulistischen Phänomenen Pegida, AfD & Co liefert der Historiker Volker Weiß mit seinem Buch "Die Autoritäre Revolte. Der Untergang des Abendlandes und die Neue Rechte in Europa." Am 18. Oktober um 19.00 Uhr wird Weiß an der Geswi am Rudolfskai einen Vortrag dazu halten. Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit der ÖH und ist Teil eines Programmes der Plattform für Menschenrechte zum 200jährigen Jubiläum der Friedensbotschaft von Stille Nacht und zu 70 Jahren Allgemeine Erklärung der Menschenrechte.  

 

Buchvorstellung Kurdistan

Am 23. September stellen Kerem Schamberger und Michael Meyen in der Academy-Bar ihr Buch „Die Kurden – Ein Volk zwischen Unterdrückung und Rebellion“ vor.

Kostenlose Workshops zu Menschenrechten

Die Plattform bietet Workshops zu relevanten Fragestellungen mit dem Salzburger Menschenrechts-Kompass an. Zielgruppe sind Multiplikator*innen wie Pädagog*innen oder Jugendarbeiter*innen. Ebenso können Workshops zu einzelnen Menschenrechts-Themen für Schulklassen und Jugendgruppen angefragt werden. Durch die Unterstützung vom Runden Tisch Menschenrechte in der Stadt Salzburg kann eine begrenzte Zahl an Workshops kostenlos angeboten werden. Kontakt


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