Menschenrechte in Salzburg 05/2019

Keine Demokratie ohne Menschenrechte // Wählt Europa! // Plattform gegen Kopftuchverbot // Lehrgang für Bildungslots*innen // Selbstvertreter*innen fordern Lohn statt Taschengeld // Mehr als 100 Einzelfälle // Länder gegen 1,50 Euro Stundenlohn // Workshops & Beratung // Tipps & Termine

 

Vortrag: Keine Demokratie ohne Menschenrechte

Menschenrechte werden zunehmend aggressiv in Frage gestellt und teilweise offen aufgekündigt. Paradoxerweise geschieht dies nicht selten im Namen der 'Demokratie', die dabei nationalistisch verengt wird. Über das Verhältnis von Demokratie und Menschenrechte spricht am Donnerstag 9. Mai ab 19.30 Uhr in der KHG Heiner Bielefeldt, Professor an der Uni Erlangen und viele Jahre UN-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit und Weltanschauungsfreiheit. Für eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Thema gibt es am Freitag ein Werkstättengespräch mit Heiner Bielefeld >> Info 

 

Diskussion: Wählt Europa!

Am 26. Mai sind Europawahlen. Die Ausgangslage gibt zu denken: Die Kritik an den europäischen Institutionen wächst. Die EU ist vielfach Sündenbock für alle möglichen Entwicklungen, die Menschen verunsichern. Dabei ist ein gemeinsames Europa die einzig vernünftige Lösung für viele Herausforderungen unserer Zeit. Eine starke EU ist gleichbedeutend mit dem Schutz der Menschenrechte, mit Frieden und Demokratie. Was können wir beitragen, damit diese Wahl zu einer Wahl für Europa wird? Diese Frage diskutieren am 13. Mai im ABZ/Antonius-Saal in Itzling Susanne Scholl, Philippe Narval und Oliver Scheiber mit dem Publikum. Moderation: Barbara Sieberth.

 

Plattform gegen Kopftuchverbot

Die Plattform für Menschenrechte plädiert für einen entdramatisierenden Zugang zum Thema Kopftuch und Verhüllung. Gerade in der pädagogischen Arbeit mit Mädchen sollten allgemeine fachliche Prinzipien im Vordergrund stehen und nicht die Fixierung auf eine bestimmte Religion. Die Plattform lehnte deshalb ein Kopftuchverbot im Kindergarten ab, wie es der Entwurf zum neuen Salzburger Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz vorsieht. In ihrer Stellungnahme schreibt die Plattform: "Aus einer menschenrechtlichen Perspektive fordern wir eine moderne diskriminierungskritische Pädagogik, die nicht auf Ausgrenzung und Stigmatisierung einer bestimmten Gruppe setzt."

 

Lehrgang für Bildungslots*innen

Frauen und Männer aus "migrantischen Communities", die schon länger in Österreich leben, sind oft die ersten Ansprechpersonen für neu zugewanderte Menschen. Für solche Ansprechpersonen bietet das Projekt Melete plus einen eigenen Lehrgang. Ziel ist die Ausbildung zu Bildungslotsen oder Bildungslotsinnen. Im Lehrgang bekommen Interessierte einen Überblick über das österreichische Bildungssystem, praktisches Wissen sowie Kontakte in Beratungseinrichtungen. Der Lehrgang wird von Frau & Arbeit und der Plattform für Menschenrechte organisiert. Start ist im Juni >> Info und Anmeldung

 

Lohn statt Taschengeld gefordert

Menschen mit Behinderungen fordern für ihre Arbeit in Werkstätten und Tageseinrichtungen einen gerechten Lohn statt Taschengeld. Gefordert wird dafür eine österreichweite Regelung. In Salzburg haben Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter der Lebenshilfe dazu ein "Dialogpapier" an Soziallandesrat Heinrich Schellhorn überreicht.

FPÖ: Mehr als 100 Einzelfälle

Anhaltende rechtsextreme Aktivitäten aus den Reihen der FPÖ registriert das Mauthausen-Komitee. Seit dem Eintritt in die Regierung hätten diese Aktivitäten sogar noch zugenommen. Seit Anfang 2013 waren es weit mehr als 100 sogenannte "Einzelfälle", von der Liederbuchaffäre bis hin zu islamophoben Videos. In einem offenen Brief fordert das Mauthausen-Komitee von Bundeskanzler Kurz dafür zu sorgen, dass die FPÖ ihre rechtsextremen Aktivitäten einstellt. "Das Verhältnis einer Regierungspartei zum Rechtsextremismus ist eine Grundsatzfrage. Anderenfalls wäre eine weitere Regierungszusammenarbeit mit der FPÖ untragbar. 

 

Länder gegen 1,50 Euro Stundenlohn

Acht von neun Bundesländern sind laut Standard gegen den Höchstlohn von 1,5 Euro pro Stunde für Asylsuchende. Nur Niederösterreich hat sich einer negativen Stellungnahme der zuständigen Landesäte nicht angeschlossen. "Der Innenminister will ein Problem lösen, das es gar nicht gibt. Wir verstehen nicht, wieso er ein funktionierendes System kaputt macht", kritisierte Wiens Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ), auf dessen Initiative die Stellungnahme erarbeitet wurde.

 

Workshops & Beratung


Workshops zu Menschenrechten. Die Plattform bietet Workshops zu relevanten Fragestellungen rund um Menschenrechte an. Zielgruppen sind Schüler*innen, Jugendliche und Lehrpersonen. Als Basis für die Workshops dient der Salzburger Kompass Menschenrechte. Eine begrenzte Zahl an Workshops kann kostenlos angeboten werden. Kontakt

Beratung bei Diskriminierung. Die Anti-Diskriminierungsstelle berät kostenlos und vertraulich Menschen in der Stadt Salzburg, die diskriminiert werden. Die Beratungszeiten sind: Montag und Donnerstag von 16.00 bis 19.00 Uhr im BeauftragtenCenter im Schloss Mirabell sowie Montag von 09.00 bis 13.00 Uhr im ABZ in der Kirchenstraße 34 und nach Vereinbarung. Kontakt

 

Tipps &Termine


Migration von Afrika nach Europa. Die Ursachen der Migration von Afrika nach Europa sind Thema einer Podiumsdiskussion am Dienstag, 7. Mai ab 18.00 Uhr an der Katholisch-Theologische Fakultät der Uni Salzburg.

Retten und Sterben lassen. Über Machtkämpfe und Menschenrechte im Mittelmeer berichtet Tamino Böhm von Sea Watch am 8. Mai um 18.30 Uhr in der Academy Bar.

Donnerstag-Demo. Am 9. Mai startet ab 18.00 Uhr am Salzburger Bahnhofsvorplatz die Donnerstag-Demo gegen die neoliberale Politik der Bundesregierung.

Medusa vor unseren Augen. Der Frage, welche Rolle Menschlichkeit an den Grenzen von Europa einnimmt, gehen Studierende des Mozarteums in ihrer Recherche "Medusa vor unseren Augen" nach. Premiere ist am 10. Mai ab 18.00 Uhr im Kunstquartier

Was ist lokale Menschenrechtsarbeit? Über seine Erfahrungen aus 20 Jahren lokaler Menschenrechtsarbeit in Salzburg berichtet Josef Mautner im Interview auf der Radiofabrik.

Martin Balluch im Gespräch. In der Gesprächsreihe Widerständig ist am Dienstag, 14. Mai ab 19.00 Uhr der Tierrechte-Aktivist Martin Balluch im Shakespeare zu Gast.

Retten wir die Notstandshilfe. Die österreichische Bundesregierung plant unter dem Begriff "Arbeitslosengeld NEU" die Notstandshilfe abzuschaffen. Wie das verhindert werden kann, wird am 15. Mai ab 18.00 Uhr in der Arbeiterkammer Salzburg diskutiert.

Alpine Peace Crossing. Am letzten Juni-Wochenende findet im Gedenken an den jüdischen Exodus 1947 wieder ein Marsch über den Krimmler Tauern statt. 

 

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