Menschenrechte in Salzburg 03/2019

Vortrag Flucht und Trauma // Buchpräsentation Inklusion/Exklusion // Infos zum EU-Grenzregime // Initiative Ausbildung statt Abschiebung // Geflüchtete sind weniger kriminell // Weiter Kritik am Konradinum // Workshops & Beratung // Tipps & Termine

 

Vortrag Flucht und Trauma

Geflüchtete haben Krieg, Vertreibung und massive Menschenrechtsverletzungen erlebt. In Europa sind sie zunehmend mit einer Politik der Ablehnung und Ausgrenzung konfrontiert. Welche psychosozialen Folgen hat das? Welche Herausforderungen bringt das für unsere Gesellschaft mit sich? Und wie können wir sie bewältigen? Darüber spricht der bekannte Psychologe, Autor und Trauma-Therapeut David Becker von der Freien Universität Berlin am Donnerstag 7. März ab 19.30 Uhr im Stefan-Zweig-Center. Titel des Vortrages: Vertrieben und verletzt. Traumatisierung in Zeiten politischer Ausgrenzung.

 

Buchpräsentation Inklusion/Exklusion

Die Dynamik von Inklusion und Exklusion ist in vielen gesellschaftlichen Bereichen wirksam. Kulturelle Konflikte, politische Spannungen sowie Konstruktionen von Identität und Fremdheit führen zu gesellschaftliche Spaltungen. Welche Erklärungen gibt es dafür? Welche Lösungsansätze entwickeln wissenschaftliche Disziplinen dazu? Diese Fragen behandelt ein Band, der vom Theologen Franz Gmainer-Pranzl herausgegeben wird. Vorgestellt wird das Buch am 13. März ab 18.00 Uhr in der Galerie 5020. Alina Kugler, Sprecherin der Plattform für Menschenrechte, spricht zur Buchpräsentation über die Inklusion und Exklusion von Bettelnden in Salzburg.

 

Infos zum EU-Grenzregime

Kroatien ist zum Türsteher der EU geworden. In der bosnischen Grenzstadt Velika Kladusa sitzen Tausende Menschen auf der Flucht fest, Frontex und die kroatische Polizei hindern sie am Weiterkommen. Im Flüchtlingscamp Miral können sich die Menschen nicht waschen, sie haben keine ärztliche Versorgung, sie werden mit ihrer Ungewissheit alleine gelassen. Aktivist*innen von von "SOS - Team Kladusa" waren in diesem Camp an der EU-Außengrenze und haben Geflüchtete mit dem Notwendigsten versorgt. Am 28. März ab 19.00 Uhr schildern sie in der KHG ihre Eindrücke. Diese Veranstaltung ist der Auftakt zu einer Reihe über die Auswirkungen des EU-Grenzregimes. Die Idee dazu wurde auf dem Alternativ-Gipfel von Solidarisches Salzburg geboren.

 

Initiative Ausbildung statt Abschiebung

15.000 Lehrstellen in Österreich sind unbesetzt. Eine Lehre bietet eine hervorragende Integrations-Chance. Dennoch will die türkis-blaue Bundesregierung Lehrlinge abschieben und schafft so neue Probleme und Konflikte. Dagegen wehren sich immer mehr Menschen. Der Ökonom Friedrich Schneider zeigt in seiner aktuellen Studie, dass die Abschiebung von Lehrlingen einen wirtschaftlichen Schaden im zweistelligen Millionenbereich bedeuten würde. Pro abgeschobenem Lehrling würden dem Staat rund 100.000 Euro entgehen. Die Initiative Ausbildung stemmt sich auch mit einer Online-Petition gegen diese Politik.

 

Geflüchtete sind weniger kriminell

Asylwerbende sind weniger kriminell als Einheimische. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung in Braunschweig, die kürzlich in Wien präsentiert wurde. Das Ergebnis decke sich auch mit ihren Erfahrungen, erklärten österreichische Kriminalbeamte laut einem Bericht der Tageszeitung Kurier. In Braunschweig wurde für die Untersuchung eine Sonderkommission der Polizei gegründet, um verlässliche Zahlen zu erhalten.

 

Weiter Kritik am Konradinum

Der Salzburger Monitoring-Ausschuss kritisiert Verstöße gegen die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen im Konradinum in Eugendorf. Beanstandet wird vor allem, dass Wohnen und Tagesbetreuung im selben Haus vorgesehen seien. Das widerspreche klar der UN-Konvention. Inklusion werde so auf Jahre hin erschwert. Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Partizipation der Betroffenen. Fortschritte habe es in Sachen Barrierefreiheit gegeben. Mehr Info >>

 

Workshops & Beratung


Muslime und Medien in Salzburg. Wie funktionieren mediale Mechanismen bei der Berichterstattung? Nach welchen Kriterien werden Themen ausgewählt? Was heißt das für Musliminnen und Muslime in Salzburg? Stefanie Ruep (Der Standard) und Georg Hummer (ORF Salzburg) geben in einem Workshop am Freitag 5. April ab 17.00 Uhr Einblick in den Alltag von Zeitung, Radio und Fernsehen. Außerdem wird der Frage nachgegangen, wie Musliminnen und Muslime selbst in den Medien vorkommen wollen und was sie dazu beitragen können. Info und Anmeldung

Workshops zu Menschenrechten. Die Plattform bietet Workshops zu relevanten Fragestellungen rund um Menschenrechte. Zielgruppen sind Schüler*innen, Jugendliche und ebenso Multiplikator*innen wie Pädagog*innen. Als Basis für die Workshops dient der Salzburger Kompass Menschenrechte. Eine begrenzte Zahl an Workshops kann kostenlos angeboten werden. Kontakt

Beratung bei Diskriminierung. Die Anti-Diskriminierungsstelle berät kostenlos und vertraulich Menschen in der Stadt Salzburg, die diskriminiert werden. Die Beratungszeiten sind: Montag und Donnerstag von 16.00 bis 19.00 Uhr im Beauftragtencenter im Schoss Mirabell sowie Montag von 09.00 bis 13.00 Uhr im ABZ in der Kirchenstraße 34 und nach Vereinbarung. Kontakt

 

Tipps & Termine

9. März, Frauentag im ABZ. Anlässlich des Internationalen Frauentags findet ab 16.00 im ABZ eine Podiumsdiskussion statt. Titel: Solidarisch gegen Spaltung.

18. März, NGO-Stammtisch. Die Robert Jungk-Bibliothek lädt ab 18.00 n der Trumerei in der Strubergasse zum Salzburger NGO-Stammtisch.

18. und 19. März, Exklusion und Soziale Arbeit. An der FH Salzburg findet die diesjährige Tagung der Österreichischen Gesellschaft für Soziale Arbeit statt. Das Thema lautet: Gefährdete Demokratie, Exklusion und Soziale Arbeit.

5. und 6. April, Extremismus und kollektive Kränkungen. Ursachen von Extremismus mit Fokus auf Kränkungserfahrungen beleuchtet eine Tagung vom Friedensbüro in St. Virgil.

 

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