29.06.2017 11:58 Alter: 148 days

Umbrella March: Für Schutz und Zusammenhalt

Rund 200 Menschen beteiligten sich am Umbrella March zum Internationalen Flüchtlingstag in Salzburg. Das Motto lautete "Für Schutz und Zusammenhalt".


Foto: FMT-Pictures

Der Marsch sollte ein positives Zeichen setzen: Flüchtlinge brauchen Schutz. Wir als Gesellschaft halten zusammen, um Integration zu unterstützen. Der Umbrella March fand zeitgleich in vielen europäischen Städten Stadt. Die Regenschirme der TeilnehmerInnen sind ein Symbol für den Schutz.

In Salzburg lasen Peter Arp und Christiane Warnecke vom Schauspielhaus eine Passage aus Bert Brechts Flüchtlingsgesprächen. Da heißt es etwa:

"Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht so einfach zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Pass niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird."

Die Plattform für Menschenrechte mit ihren 34 Mitgliedsorganisationen verband mit dem Aufruf zum Salzburger Umbrella March mehrere Forderungen:

Sichere Fluchtwege öffnen

Flüchtlinge müssen die Möglichkeit haben, nach Europa zu gelangen, ohne dafür ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Denn erst hier können sie einen Antrag auf Asyl stellen. Deshalb fordern wir dringend legale Einreisemöglichkeiten und humanitäre Aufnahmeaktionen.

Integration unterstützen

Viele Flüchtlinge bekommen Asyl, allerdings besteht ein massiver Mangel an leistbarem Wohnraum, Integrationsmaßnahmen für den Arbeitsmarkteinstieg und psychosozialen Unterstützungsangeboten. Dies führt oft zu menschenunwürdigen Lebenssituationen. Es braucht mehr gezielte und individuelle Maßnahmen, zum Beispiel für Bildung und Umschulungen.

Keine Abschiebung nach Afghanistan

Die Gruppen-Abschiebungen nach Afghanistan sind derzeit menschenrechtswidrig. Afghanistan ist unsicherer denn je. Die abgeschobenen Menschen sind in Lebensgefahr und werden in Konflikte gezogen, vor denen sie geflohen sind.

Mindestsicherung für Subsidiär Schutzberechtigte

An die Salzburger Landesregierung richtet sich die Forderung, dass sie auch Subsidiär Schutzberechtigte die Mindestsicherung erhalten können. In einigen andern anderen Bundesländern ist dies bereits der Fall. Subsidiär Schutzberechtigte sind jene Flüchtlinge, die keinen Asylstatuts erhalten, die aber aus menschenrechtlichen Gründen nicht in Herkunftsländer zurückgeschoben werden können, beispielsweise wegen eines Bürgerkriegs.