26.02.2020 11:01 Alter: 40 days

Protest gegen Ausschreibung der Frauenhäuser

Landesrätin Klambauer will die Trägerschaft für die Frauenhäuser in Hallein und in der Stadt Salzburg EU-weit ausschreiben. Der Runde Tisch Menschenrechte der Stadt Salzburg protestiert dagegen. Die bestehenden Frauenhäuser sollen erhalten bleiben. Eine Ausweitung der Schutz- und Unterstützungsangebote könne es nur mit regionalen Expertinnen geben.


Der Runde Tisch Menschenrechte in der Stadt Salzburg kritisiert die geplante Vorgangsweise in einer Stellungnahme an die zuständige Landesrätin und weitere Politiker*innen. Eine Eu-weite Ausschreibung beinhaltet aus Sicht des Runden Tisches insbesondere zwei Problematiken:

  • Die Ausschreibung soll anscheinend so gestaltet werden, dass die Träger*in keine besondere Erfahrung im Bereich Gewaltschutz oder Betreiben von Frauenhäusern haben muss. Gefordert seien lediglich Referenzen im Sozialbereich. Damit wird aber das Erfordernis der Spezialisierung auf die Aufgaben eines Frauenhauses nicht genüge getan.
  • Die Mitarbeiterinnen der Frauenhäuser bieten nicht nur Hilfestellung beim Gewaltschutz, sondern auch im Bereich Scheidungs- und Kindschaftsrecht, soziale Leistungen, Finanzen und Gesundheit. Deshalb ist eine gute Vernetzung der Träger*in und der Mitarbeiterinnen sowie ein Austausch mit den regionalen Behörden und anderen regionalen Sozialstrukturen essentiell. Eine regional nicht verankerter Träger*in kann dies so nicht leisten.

Besserer Schutz für Frauen ist nötig 

Das Vorhaben, neue Konzepte und Ideen zu entwickeln und umzusetzen, wie die von Landesrätin Andrea Klambauer im Pinzgau geplanten Übergangswohnungen, wird vom Runden Tisch Menschenrechte begrüßt. Dabei kann es auch sinnvoll sein, überholte Strukturen zu überdenken. Auch die Errichtung weiterer Schutzunterkünfte im Bezirk Tamsweg und im Bezirk St. Johann wäre ein wichtiger Schritt im Kampf gegen häusliche Gewalt.

Allerdings sollten bei konzeptionellen Neugestaltungen die Expertinnen der bestehenden Frauenhäuser miteinbezogen werden. Zudem sollte wie bisher die Adressen der Frauenhäuer geheim bleiben, um den betroffenen Frauen und Kindern wirklich in allen Fällen ausreichenden Schutz zu bieten.

Der Runde Tisch Menschenrechte fordert die zuständige Landesrätin Andrea Klambauer desahlb auf, einen konstruktiven, inhaltlichen Diskurs zur Neuausrichtung der Salzburger Frauenhäuser aufzunehmen. 

www.rundertisch-menschenrechte.at