17.04.2020 09:33 Alter: 159 days

Kinder in Flüchtlingslagern: Unsere Regierung muss handeln

Österreich soll 100 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufnehmen, fordert die Plattform für Menschenrechte Salzburg


Foto: John Perivolaris

Medieninformation, 17. April 2020

Kurz nach Ostern 2020 ist Luxemburg das erste EU-Land, das minderjährige unbegleitete Flüchtlinge von Griechenland übernimmt. Auch Deutschland, Frankreich, Irland, Finnland, Portugal, Bulgarien, Kroatien und die Schweiz haben sich bereit erklärt, Kinder aus Flüchtlingslagern aufzunehmen. Und Österreich?

Ein Zeichen für menschliche Asylpolitik

In Zeiten von Corona wäre es ein Gebot der Stunde, Menschenansammlungen - wie sie in Flüchtlingslagern unvermeidbar sind - aufzulösen. Das kann nur durch eine Verteilung von geflüchteten Menschen auf andere EU-Staaten erfolgen. Als Zeichen der Solidarität mit den Ländern an den EU-Außengrenzen, als Zeichen für eine menschliche Asylpolitik und als Zeichen für ein menschliches Gesundheitsmanagement fordert die Plattform für Menschenrechte Salzburg die österreichische Bundesregierung dazu auf, 100 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufzunehmen. Plattform-Sprecherin Christine Dürnfeld: "Wenn es möglich ist, tausende Österreicherinnen und Österreicher wegen Corona binnen weniger Tage aus dem Ausland nach Österreich zu fliegen, muss es auch möglich sein, geflüchtete Menschen aus griechischen Lagern nach Österreich zu bringen." Viele Quartiere im Bundesland Salzburg seien derzeit nicht voll belegt. Falls nötig, könnten sie rasch für Betreuung von geflüchteten Kindern adaptiert werden, so Christine Dürnfeld.

Kinder sind die verletzlichste Gruppe

Wieso unbegleitete minderjährige Flüchtlinge? Kinder gehören zu den verletzlichsten Personen innerhalb der heterogenen Gruppe der geflüchteten Menschen. Dies umso mehr, wenn sie ohne Eltern oder Verwandte aus ihren Herkunftsländern fliehen mussten. Kinder müssen auf sich allein gestellt in fremden Ländern und in ihnen fremden Sprachen für ihr Überleben sorgen. Sie müssen Nahrung, Hygieneartikel und bei Bedarf Medikamente besorgen. Damit sind sie einem enormen Risiko ausgesetzt, Opfer von Ausbeutung und Gewalt zu werden. Es gibt keine erwachsenen Personen, die sich um sie kümmern oder sie schützen. Auch nicht in Österreich?