10.03.2020 12:44 Alter: 27 days

Flüchtlingsforum mit ehrenamtlich Engagierten

Die Sichtweisen von ehrenamtlichen Unterstützer*innen standen im Zentrum des 6. Salzburger Flüchtlingsforums. Die aufzeigten Problem reichten von unfairen Asylverfahren bis zu fehlenden Angebot für Deutschkurse.


Das Flüchtlingsforum fand im Rahmen des Miteinander Wachsen Café statt. Dieses Netzwerk von ehrenamtlichen Unterstützer*innen trifft sich einmal im Monat zum Austausch. Die Unterstützer*innen kommen aus allen Bezirken des Bundeslandes. Die aufzeigten Probleme waren im Grunde überall dieselben:

Es gibt viel Fälle, wo die Anträge Asylansuchender mit der Begründung abgewiesen wurden, sie hätten sich zu wenig integriert. Dies obwohl die Personen zahlreiche schriftliche Nachweise von ehrenamtlichen Tätigkeiten beigelegt hatten, obwohl sie sich in Vereinen engagiert und private Netzwerke aufgebaut hatten. Viele Asylsuchende machen die Erfahrung, dass in den Protokollen von Einvernahmen falsche Behauptungen stehen. Oft unterschreiben Geflüchtete  zunächst die Protokolle von Einvernahmen, obwohl sie diese nicht verstehen und ihnen diese auch nur mündlich rückübersetzt werden.

Arbeiten und Wohnen im Niemandsland

Weil es keine Möglichkeit zur Lehre gibt und auch keine Arbeitserlaubnis, wächst bei vielen Personen der Druck, im Rahmen der "Neuen Selbständigkeit" eine Tätigkeit aufzunehmen - etwa als Paket-Zusteller, was oft gleichbedeutend ist mit Ausbeutung. Der Dienstleistungsscheck für kleinere selbständige Arbeiten wird kaum in Anspruch genommen. Die Wohnsituation in einigen Quartieren ist völlig unzureichend. Probleme im Zusammenhang mit zwei Quartieren im Lungau wurden schon mehrfach an Landesverwaltung und Politik herangetragen. Trotzdem passiert nichts. Um zu sparen wird wenig geheizt, eine privat gekaufte Schreibtischlampe wird abgenommen, weil sie angeblich zu viel Strom verbraucht, Toilettenpapier und Waschpulver werden rationiert. Die Wäsche darf nicht zum Trocknen aufgehängt werden. Das Quartier wird um 22.00 Uhr ausnahmslos geschlossen. Wer sich beschwert wird über kurz oder lang verlegt, aber das Quartier wird weiterbetrieben.

Frust bei Unterstützer*innen

Gerade die Situation von Afghanen löst viel Frust bei den Unterstützer*innen aus, weil Personen oft jahrelang begleitet wurden, sich hochmotiviert bemüht haben um Integration, und dann doch abgeschoben wurden.

Dokumentation vom 6. Flüchtlingsforum