29.09.2016 11:25 Alter: 325 days

Flüchtlinge sollen arbeiten dürfen!

Eine massive Verbesserung beim Zugang von Flüchtlingen zu Arbeit und Ausbildung in Salzburg. Das fordert die Plattform für Menschenrechte anlässlich des vom UNHCR ausgerufenen Langen Tags der Flucht am 30. September.


Foto: Land Salzburg

 Medieninformation, 23. 9. 2016

Asylwerbende haben einen sehr eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Sie können einen Quotenplatz für Saisonarbeit bekommen oder dürfen nach 3 Monaten einer selbständigen Tätigkeit nachgehen. Sie verlieren jedoch dann die Grundversorgung, auch  wenn sie nur geringe Einkommen erwirtschaften. „Gemeinnützige Beschäftigung“ ist nur für Gemeinden oder für das Land möglich, gegen einen „Anerkennungsbeitrag von 4-6 Euro pro Stunde“, und mit hohen bürokratischen Hürden verbunden.

„Viele Flüchtlinge sind hoch motiviert. Sie wollen arbeiten und für sich und ihre Familien sorgen. Jugendliche und junge Erwachsene wollen eine Ausbildung absolvieren“, sagt Ursula Liebing von der Plattform für Menschenrechte. „Doch Österreich nutzt dieses Potential nicht - während die Asylverfahren oft jahrelang dauern.“

Nach der Anerkennung kommt es immer wieder vor, dass begonnene Ausbildungen abgebrochen werden. Grund: Die jungen Erwachsenen verlieren die Grundversorgung, müssen selbständig für Wohnung und Unterkunft sorgen und haben meist keinen Anspruch auf Mindestsicherung. Von der Lehrlingsentschädigung allein können sie jedoch nicht leben, und nicht für ihre Familien sorgen.

Eine gezielte Förderung braucht es für die Ausbildung von Frauen. In ihren Herkunftsländern  sind sie oft benachteiligt beim Zugang zu Bildung und kommen daher oft ohne Berufsausbildungen nach Österreich. Dieser mitgebrachte Benachteiligung müsse in mit Österreich mit gezielten Programmen begegnet werden, fordert die Plattform für Menschenrechte.

Im Rahmen des Langen Tags der Flucht findet am Freitag u. a. im Literaturhaus ab 19.00 Uhr Diskussion mit den AutorInnen des Buches „Schleppen Schleusen Helfen – Zur Geschichte und Gegenwart von Fluchthilfe“ statt. Alle Veranstaltungen sind auf der Website www.langertagderflucht.at zu finden.

 

Rückfragenhinweis:

Ursula Liebing
mobil 0676-6715454
ursula.liebing@menschenrechte-salzburg.at