05.04.2018 15:08 Alter: 222 days

Einmal Flüchtling, immer Flüchtling

Der Zeithistoriker Philipp Ther liest und spricht anlässlich seines jüngsten Buches „Die Außenseiter“ am 3. Mai in Salzburg mit dem Schriftsteller Ilja Trojanow.


Flucht und Integration gehören zu den beherrschenden Themen der Gegenwart. Sie sind ein maßgeblicher Grund für den Aufstieg rechtspopulistischer Parteien und drohen, die EU zu spalten. Ein Blick in die Tiefen der Geschichte relativiert allerdings die »Flüchtlingskrise« des Jahres 2015. Seit 1492 die sephardischen Juden von der iberischen Halbinsel vertrieben wurden, ist Europa immer ein Kontinent der Flüchtlinge gewesen.

Philipp Ther geht den Gründen der Flucht nach: religiöser Intoleranz, radikalem Nationalismus und politischer Verfolgung. Anhand von Lebensgeschichten veranschaulicht er die Not auf der Flucht, identifiziert Faktoren für gelingende Integration und erörtert das wiederholte Versagen der internationalen Politik sowie die Lehren, die daraus etwa in der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 gezogen wurden. Der Humanitarismus ist, wie Ther zeigt, in der Flüchtlingspolitik stets brüchig gewesen.

Doch auch wenn heute einmal mehr die Angst vor einem Scheitern der Integration dominiert, haben die Zielländer fast immer von der Aufnahme von Flüchtlingen profitiert. Das belegt insbesondere die deutsche Nachkriegsgeschichte, als gerade die junge Bundesrepublik zu einem Flüchtlingsland wurde.

Einmal Flüchtling, immer Flüchtling

Lesung & Diskussion

Philipp Ther und Ilja Trojanov, der seinen autobiographischen Prosa-Band „Nach der Flucht“  veröffentlichte.

Moderation: Livia Klingl

Donnerstag  03. Mai 2018, 19.30 Uhr
Literaturhaus Salzburg

Veranstalter: Literaturhaus Salzburg in Kooperation mit Plattform für Menschenrechte