Geschichte der Plattform für Menschenrechte

Protesaktion am Mozartsteg im Jahr 2010: Armutsgefährung versus "soziale Hängematte"

Bei den Nationalratswahlen 1999 in Österreich wurde die FPÖ zur zweitstärksten Partei. Die Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und ÖVP scheiterten, und eine Regierungsbeteiligung der FPÖ stand bevor. Internationale Sanktionen drohten.

In diesem politischen Klima wurde im November 1999 in Salzburg eine Aktionsplattform für Menschenrechte gegründet: Die Initiative ging von sozialen Einrichtungen, Flüchtlingsorganisationen, Bürgerliste Stadt Salzburg, Grünen Land Salzburg und kirchlichen Organisationen aus.

Plattform-Initiativen

Die Aktionsplattform wurde weitergeführt und institutionalisiert. Kundgebungen und Veranstaltungen zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, finden seither jährlich statt. Die Mitarbeit von Flüchtlingen und Migrant*innen und von Selbstorganisationen dieser Gruppen wurde verstärkt. Ein Flüchtlingsfest und das Café der Kulturen im ABZ Itzling wurden ins Leben gerufen. Seit dem Jahr 2003 gibt es das „Monitoring für Menschenrechte“ mit dem jährlichen Salzburger Menschenrechts-Bericht. Die Menschenrechts-Bildung an Schulen und in Jugendzentren wurde verstärkt. Im Jahr 2016 organisierte die Plattform erstmals in Salzburg ein Flüchtlings-Forum.

Die Plattform hatte wesentlichen Anteil an der Erarbeitung des Integrationskonzeptes in der Stadt Salzburg. Bei zahlreichen Projekten lieferte die Plattform wichtige Anstöße und Impulse. So etwa bei der Unterzeichnung der Europäischen Charta für den Schutz der Menschrechte durch die Stadt Salzburg, bei der Einführung des Runden Tisches Menschenrechte in der Stadt Salzburg sowie bei der Gründung der Antidiskriminierungsstelle in der Stadt Salzburg.